Amnesty International Menschenrechte und indigene Voelker

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Menschenrechte und indigene Voelker

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Eilaktionen 2018

UA-22/2018, Kolumbien: Bombardierung nahe Schutzzone
Am 30. Januar ging eine Einheit der kolumbianischen Streitkräfte, die Fuerza de Tarea Conjunta Titán, im Departamento Chocó gegen die Nationale Befreiungsarmee (Ejército de Liberación Nacional, ELN) vor. Dabei bombardierte sie ein Gebiet in der Nähe der Schutzzone (Comunidad de resguardo) von Chagpien Tordó, in der die indigene Bevölkerungsgruppe der Wounaan lebt. Ein 16-jähriges Mädchen wurde dabei so schwer verletzt, dass sie zur Behandlung in die Stadt Buenaventura gebracht werden musste. Laut Angaben aus dem Ombudsbüro in Chocó, kann davon ausgegangen werden, dass noch weitere Personen verletzt oder getötet wurden, doch liegen noch keine offiziellen Zahlen vor. Die Bewohner_innen der indigenen Gemeinden Santa María Pangala und Estrella Pangala sehen sich gezwungen, ihre Wohnorte in großer Zahl zu verlassen, sind jedoch aus Furcht vor anhaltenden Kämpfen zwischen bewaffneten Gruppen und Sicherheitskräften zwischen den nahegelegenen Landstraßen eingeschlossen.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/bombardierung-nahe-schutzzone abrufbar.

UA-8/2018, Ecuador: Morddrohung gegen Menschenrechtlerin
Am frühen Morgen des 5. Januar hat ein Unbekannter Steine auf das Haus von Patricia Gualinga in Puyo in der Provinz Pastaza geschleudert und dabei gedroht, die Menschenrechtlerin zu töten. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielt sich Patricia Gualinga zusammen mit ihren Eltern und ihrem Kind in dem Haus auf. Noch am selben Tag meldete sie den Vorfall der Polizei und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft der Provinz Pastaza. Bislang haben Patricia Gualinga und ihre Familie weder Schutzmaßnahmen der Behörden erhalten noch hat es sichtbare Fortschritte bei den Ermittlungen gegeben.
Patricia Gualinga ist eine Indigenensprecherin der Kichwa innerhalb der indigenen Gemeinschaft der Sarayaku. Deren angestammtes Land liegt im Osten Ecuadors. Patricia Gualinga setzt sich für Landrechte und den Umweltschutz im Kontext von Projekten der Rohstoffförderung im ecuadorianischen Amazonasgebiet ein.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/morddrohungen-gegen-menschenrechtlerin abrufbar.

UA-6/2018, Kenia: Neue Drohungen gegenüber indigener Gemeinschaft
Die indigene Gemeinschaft der Sengwer sieht sich mit erneuten Zwangsräumungsdrohungen konfrontiert. Am 21. Januar kündigte ein örtlicher Regierungsmitarbeiter verstärkte Sicherheitseinsätze an, um alle Bewohner_innen, die in seinen Augen „alle Kriminelle und Viehdiebe“ seien, aus dem Wald zu vertreiben. Robert Kirotich Kibor, ein Angehöriger der Sengwer-Gemeinschaft, wurde erschossen und David Kosgei Kiptilkesi wurde während einer Zwangsräumung durch Schüsse schwer verletzt.
Seit dem 29. Dezember 2017 führt die Kenianische Forstbehörde (Kenya Forest Service - KFS) rechtswidrige Zwangsräumungen von Angehörigen der indigenen Sengwer im Embobut-Wald in den Cherengany Hills, einer Hügelkette im westlichen Hochland von Kenia durch. Die Forstbehörde ist Teil des Ministeriums für Umweltschutz und natürliche Ressourcen. Die Zwangsräumungen werden trotz einer Unterlassungsverfügung des Obersten Gerichtshofs durchgeführt, die die Räumung oder Festnahme der im Wald ansässigen Sengwer untersagt. Die rechtswidrigen Zwangsräumungen verstoßen gemäß Völkerrecht, Menschenrechtsstandards der Afrikanischen Union (AU) und kenianischer Verfassung gegen die Menschenrechte der Sengwer, darunter ihre Rechte auf Wohnen und ihr angestammtes Land.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/zwangsraeumungen-kenia und das Update unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/neue-drohungen-gegenueber-indigener-gemeinschaft abrufbar.

UA-3/2018, Indien: Aktivisten droht Haft
Die Aktivisten Judhishtira Jena und Babula Samal, die der indigenen Gemeinschaft der Adivasi angehören, wurden wegen ihrer friedlichen Rolle im Widerstand gegen die Landnahme für ein Stahlwerk am 18./19. Dezember 2017 festgenommen. Beide Männer sind außerdem mit zahlreichen weiteren Anklagen konfrontiert, einige davon wegen mutmaßlicher Aktionen vor zehn Jahren. Bei einer Verurteilung drohen ihnen lebenslange Haftstrafen.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/aktivisten-droht-haft abrufbar.

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