Amnesty International Menschenrechte und indigene Voelker

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Menschenrechte und indigene Voelker

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Eilaktionen 2018

UA-144/2018, Venezuela: Indigene bedroht
Ein Militärangehöriger hat die venezolanische Umweltschützerin Lisa Henrito wegen ihres Einsatzes für den Schutz des angestammten Territoriums der indigenen Gemeinschaft der Pemón im landesweiten Fernsehen des „Hochverrats“ beschuldigt.
Die Regierung Venezuelas muss den Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Lisa Henrito und anderer Umwelt- und Indigenenaktivist_innen gewährleisten und der Verleumdung und Stigmatisierung ihrer Aktionen zum Schutz der Rechte ihrer Gemeinschaften ein Ende setzen, wie es die venezolanische Verfassung und internationale Menschenrechtsmechanismen zum Schutz indigener Gemeinschaften, ihres angestammten Landes und der Umwelt vorsehen.
Die UA mit weiteren Informationen ist hier abrufbar.

UA-112/2018, Kolumbien: Indigene Gemeinschaft bedroht und vertrieben
Mehr als 200 Angehörige der indigenen Gemeinschaft Nasa Embera Chamí aus dem Reservat La Delfina im Westen Kolumbiens sind aus ihren Wohnorten vertrieben worden. Zuvor war am 8. Juni ein Anschlag auf einen Bewohner der Gemeinde verübt worden. Die Menschen brauchen dringend Sicherheitsmaßnahmen und Zugang zu humanitärer Hilfe wie beispielsweise Lebensmittel, medizinische Versorgung und eine Unterkunft.
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UA-97/2018, Guatemala: Landrechtler getötet
Die drei aus verschiedenen Gemeinden stammenden Landrechtler, Luis Marroquin, José Can Xol und Mateo Chamám Paau, sind im Zeitraum von weniger als einer Woche in Guatemala getötet worden. Die guatemaltekischen Behörden müssen diese Verbrechen umfassend untersuchen und sicherstellen, dass weitere Landrechtler_innen ihre Arbeit ohne Angst um ihre Sicherheit ausüben können.
Schon wieder wurde ein Landrechtler getötet. Am Abend des 30. Mai griffen zwei unbekannte Männer Ramon Choc Sacrab, einen Sprecher der indigenen Q‘echi in Ixloq San Pedrito in Cobán, im Zentrum von Guatemala brutal an. Am 1. Juni erlag er den dabei erlittenen Verletzungen.
Am 4. Juni wurden in Guatemala die Menschenrechtler Florencio Pérez Nájera und Alejandro Hernández García ermordet aufgefunden. Die beiden Männer waren Mitglieder der Kleinbauernorganisation Comité de Desarrollo Campesino (CODECA).
Am 8. Juni wurde ein weiteres CODECA-Mitglied durch Macheten getötet. Damit gibt es sieben Opfer in nur vier Wochen!
Die UA mit weiteren Informationen ist hier und die Updates sind hier sowie hier abrufbar.

UA-75/2018, Chile: Inhaftierter Mapuche im Hungerstreik
Der Machi Celestino Córdova, ein geistliches Oberhaupt der Mapuche, befindet sich seit 2014 in einer Haftanstalt in der zentralchilenischen Stadt Temuco. Nach mehr als 90 Tagen im Hungerstreik, befindet er sich in einem kritischen Gesundheitszustand und sein Leben ist in akuter Gefahr. In den Hungerstreik war er getreten, nachdem ihm die Behörden den Besuch seines heiligen Altars verboten hatten.
Mitte April endete er seinen ersten Hungerstreik endete der Machi Mitte April. Am 31. Mai begann er einen zweiten Hungerstreik und beendete ihn fast zwei Monate später, als ihm schließlich am 27. Juli Zugang zu seinem Altar gewährt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war sein Leben in akuter Gefahr.
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UA-74/2018, Indien: Menschenrechtlerin bedroht
Wegen ihres friedlichen Engagements sieht sich Pavitri Manjhi mit Bedrohungen, Schikane und Einschüchterungen konfrontiert. Zwischen dem 3. und 5. April wurde sie jeden Abend von zwei Männern zuhause aufgesucht. Diese wiesen sie an, alle formalen Beschwerden zurückzuziehen, die von Adivasi-Dorfbewohner_innen gegen zwei Privatunternehmen eingereicht worden waren. Berichten zufolge waren einige Mitglieder der Dorfgemeinschaft von den Unternehmen um ihr Land betrogen worden.
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UA-59/2018, Kolumbien: Bewaffneter Angriff und Vertreibung
Am späten Abend des 17. Mai erfolgte im Stadtteil Nuevo Escobal der Stadt Cúcuta ein Angriff auf ein Wohnheim. Mehr als 300 Angehörige der indigenen Gemeinschaft der Yukpa aus Venezuela waren dort wohnhaft. Der Angriff wurde von einer unbekannten, bewaffneten Gruppe ausgeführt, aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um eine paramilitärische Organisation. Vertreter_innen der Gemeinschaft berichten, im Vorfeld direkt mit dem Tode und dem Verlust ihrer körperlichen Unversehrtheit bedroht worden zu sein. Außerdem sollen die kolumbianischen Behörden in Cúcuta keinerlei Anstalten gemacht haben, die indigene Gemeinschaft mit dem dafür vorgesehenen Notfallplan zu schützen. Stattdessen wurden die Ereignisse von den Behörden offenbar stillschweigend in Kauf genommen.
Die UA mit weiteren Informationen ist hier und das Update hier abrufbar.

UA-22/2018, Kolumbien: Bombardierung nahe Schutzzone
Am 30. Januar ging eine Einheit der kolumbianischen Streitkräfte, die Fuerza de Tarea Conjunta Titán, im Departamento Chocó gegen die Nationale Befreiungsarmee (Ejército de Liberación Nacional, ELN) vor. Dabei bombardierte sie ein Gebiet in der Nähe der Schutzzone (Comunidad de resguardo) von Chagpien Tordó, in der die indigene Bevölkerungsgruppe der Wounaan lebt. Ein 16-jähriges Mädchen wurde dabei so schwer verletzt, dass sie zur Behandlung in die Stadt Buenaventura gebracht werden musste. Laut Angaben aus dem Ombudsbüro in Chocó, kann davon ausgegangen werden, dass noch weitere Personen verletzt oder getötet wurden, doch liegen noch keine offiziellen Zahlen vor. Die Bewohner_innen der indigenen Gemeinden Santa María Pangala und Estrella Pangala sehen sich gezwungen, ihre Wohnorte in großer Zahl zu verlassen, sind jedoch aus Furcht vor anhaltenden Kämpfen zwischen bewaffneten Gruppen und Sicherheitskräften zwischen den nahegelegenen Landstraßen eingeschlossen.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/bombardierung-nahe-schutzzone abrufbar.

UA-8/2018, Ecuador: Morddrohung gegen Menschenrechtlerin
Am frühen Morgen des 5. Januar hat ein Unbekannter Steine auf das Haus von Patricia Gualinga in Puyo in der Provinz Pastaza geschleudert und dabei gedroht, die Menschenrechtlerin zu töten. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielt sich Patricia Gualinga zusammen mit ihren Eltern und ihrem Kind in dem Haus auf. Noch am selben Tag meldete sie den Vorfall der Polizei und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft der Provinz Pastaza. Bislang haben Patricia Gualinga und ihre Familie weder Schutzmaßnahmen der Behörden erhalten noch hat es sichtbare Fortschritte bei den Ermittlungen gegeben.
Patricia Gualinga ist eine Indigenensprecherin der Kichwa innerhalb der indigenen Gemeinschaft der Sarayaku. Deren angestammtes Land liegt im Osten Ecuadors. Patricia Gualinga setzt sich für Landrechte und den Umweltschutz im Kontext von Projekten der Rohstoffförderung im ecuadorianischen Amazonasgebiet ein.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/morddrohungen-gegen-menschenrechtlerin abrufbar.

UA-6/2018, Kenia: Neue Drohungen gegenüber indigener Gemeinschaft
Die indigene Gemeinschaft der Sengwer sieht sich mit erneuten Zwangsräumungsdrohungen konfrontiert. Am 21. Januar kündigte ein örtlicher Regierungsmitarbeiter verstärkte Sicherheitseinsätze an, um alle Bewohner_innen, die in seinen Augen „alle Kriminelle und Viehdiebe“ seien, aus dem Wald zu vertreiben. Robert Kirotich Kibor, ein Angehöriger der Sengwer-Gemeinschaft, wurde erschossen und David Kosgei Kiptilkesi wurde während einer Zwangsräumung durch Schüsse schwer verletzt.
Seit dem 29. Dezember 2017 führt die Kenianische Forstbehörde (Kenya Forest Service - KFS) rechtswidrige Zwangsräumungen von Angehörigen der indigenen Sengwer im Embobut-Wald in den Cherengany Hills, einer Hügelkette im westlichen Hochland von Kenia durch. Die Forstbehörde ist Teil des Ministeriums für Umweltschutz und natürliche Ressourcen. Die Zwangsräumungen werden trotz einer Unterlassungsverfügung des Obersten Gerichtshofs durchgeführt, die die Räumung oder Festnahme der im Wald ansässigen Sengwer untersagt. Die rechtswidrigen Zwangsräumungen verstoßen gemäß Völkerrecht, Menschenrechtsstandards der Afrikanischen Union (AU) und kenianischer Verfassung gegen die Menschenrechte der Sengwer, darunter ihre Rechte auf Wohnen und ihr angestammtes Land.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/zwangsraeumungen-kenia und das Update unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/neue-drohungen-gegenueber-indigener-gemeinschaft abrufbar.

UA-3/2018, Indien: Aktivisten droht Haft
Die Aktivisten Judhishtira Jena und Babula Samal, die der indigenen Gemeinschaft der Adivasi angehören, wurden wegen ihrer friedlichen Rolle im Widerstand gegen die Landnahme für ein Stahlwerk am 18./19. Dezember 2017 festgenommen. Beide Männer sind außerdem mit zahlreichen weiteren Anklagen konfrontiert, einige davon wegen mutmaßlicher Aktionen vor zehn Jahren. Bei einer Verurteilung drohen ihnen lebenslange Haftstrafen.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/aktivisten-droht-haft abrufbar.

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