Amnesty International Menschenrechte und indigene Voelker

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Menschenrechte und indigene Voelker

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Eilaktionen 2017

UA-271/2017, Honduras: Menschenrechtler_innen in Gefahr
Menschenrechtsorganisationen und unabhängige Medien, die in Honduras die gewaltsame Unterdrückung von Protesten im Zuge der Präsidentschaftswahlen anprangern, berichten über Bedrohung und Einschüchterung ihrer Mitglieder sowie rechtswidrige Razzien und Zerstörung von Eigentum.
Am 12. Dezember wurden ungefähr 30 Mitglieder der Indigenenorganisation Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras (COPINH) in Siguatepeque im Departamento Comayagua von Militärkräften angehalten, die ihre Personalien aufnahmen und sie drangsalierten, um sie von der Teilnahme an einer Demonstration abzuhalten. Unter den Betroffenen befand sich auch die ehemalige Koordinatorin der Organisation, Berta Zúñiga.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/menschenrechtlerinnen-gefahr abrufbar.

UA-268/2017, Kolumbien: Zwei Gemeindesprecher getötet
Am 9. Dezember berichtete die Nichtregierungsorganisation Interkirchliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (Comisión Intereclesial de Justicia y Paz – CIJP) über den Tod von Hernán Bedoya, einem Sprecher der humanitären Schutzgebiete Piedeguita und Mancilla. Zuvor hatte er über unrechtmäßige Übereinkünfte, betrügerische Verträge und das Eindringen von paramilitärischen Gruppierungen in die Region berichtet. Er wurde gegen 13:15 Uhr von Paramilitärs der AGC getötet. Im Dorf Playa Roja, der Ort wird auch El Acopio genannt, schossen sie 14 Mal auf ihn. Am 26. November war der Sprecher der Gemeinde Curvaradó, Mario Castaño Bravo, auf seiner eigenen Farm in der Region Florida im Schutzgebiet La Larga Tumaradó getötet worden. Unbekannte drangen in sein Zuhause ein und schossen mehrfach auf ihn. Mario Castaño Bravo betreute die Erarbeitung eines gemeinsamen Reparationskonzepts, das unter anderem die Anerkennung des Landes als gesetzliches Eigentum der Gemeinden beinhaltete. Darüber hinaus sollten die Aktivitäten von Firmen eingeschränkt werden, die durch ihr Handeln ohne Rücksprache mit den Gemeinden das Leben, das Land und die Würde der Bewohner_innen bedrohen.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/zwei-gemeindesprecher-getoetet?etcc_med=Newsletter&etcc_var=UA-NL&dat=KW50-2017 abrufbar.

UA-234/2017, Chile: Inhaftierte Mapuche in Gefahr
Vor über 100 Tagen begannen vier Angehörige der indigenen Mapuche-Gemeinschaft einen Hungerstreik, um gegen ein unfaires Gerichtsverfahren zu protestieren, das nach dem chilenischen Antiterrorgesetz gegen sie eingeleitet worden war. Seit dem 25. September nimmt einer von ihnen auch keine Flüssigkeit mehr zu sich. Das Leben der vier Männer ist gefährdet.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/inhaftierte-mapuche-gefahr abrufbar.

UA-191/2017, Argentinien: Santiago Maldonado tot aufgefunden
Am Morgen des 1. August verschafften sich etwa 100 Angehörige der argentinischen Gendarmerie (Gendarmería Nacional Argentina, GNA) ohne Erlaubnis gewaltsam Zutritt zur indigenen Gemeinde der Mapuche Pu Lof en Resistencia, im Departamento Cushamen in der Provinz Chubut. Die Gendarmerie ist Teil des argentinischen Militärs.
Laut Angaben der Mapuche-Gemeinschaft setzten die Sicherheitskräfte Blei- und Gummigeschosse ein und steckten die Habseligkeiten vieler Familien in Brand. Seitdem wurde der 28-jährige Aktivist Santiago Maldonado vermisst. Er war am Tag zuvor in die Gemeinde gekommen, um den Mapuche bei der Durchsetzung ihrer Landrechte zu helfen. Er wurde zuletzt lebend gesehen, als er vor den Sicherheitskräften floh.
Zweieinhalb Monate nach seinem Verschwinden wurde Santiago Maldonados Leichnam 300 Meter von der Gemeinde Pu Lof en Resistencia entfernt aufgefunden. Der Fundort war aber bereits mehrmals im Rahmen von Suchaktionen durchkämmt worden. Momentan liegen noch keine glaubwürdigen Informationen zu den Umständen seines Todes vor.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/aktivist-verschwunden und das Update unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/santiago-maldonado-tot-aufgefunden abrufbar.

UA-178/2017, Kolumbien: Unbekannte bedrohen Indigene
Mehrere indigene Gemeinschaften und die afro-kolumbianische Gemeinschaft am Fluss Taparal im kolumbianischen Departamento Chocó können sich durch die Anwesenheit der bewaffneten Gruppierung Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) nicht mehr frei bewegen und sind sehr verängstigt. Sie befürchten, dass es in ihren Gemeinden zu bewaffneten Zusammenstößen zwischen der AGC und der Nationalen Befreiungsarmee (Ejército De Liberación Nacional – ELN) kommen könnte.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/indigene-gemeinschaft-gefahr und die Updates sind unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/indigene-gemeinschaften-gefahr, https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/indigene-gefahr-0 und https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/mehrere-gemeinden-gefahrabrufbar.

UA-169/2017, Mexiko: Unbekannte bedrohen Indigene
Unbekannte sind auf das Anwesen des Indigenensprechers der Yaqui, Mario Luna Romero, im mexikanischen Bundesstaat Sonora eingedrungen und haben das Fahrzeug seiner Frau in Brand gesteckt. Bislang haben die mexikanischen Behörden keine Schutzmaßnahmen für die Familie veranlasst und die Untersuchungen kommen nur schleppend voran. Mario Luna und seine Familie sind weiterhin in Gefahr.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/unbekannte-bedrohen-indigene abrufbar.

UA-135/2017, Guatemala: Exzessive Gewalt gegen Demonstrierende
Am 22. Juni hat die Bereitschaftspolizei eine Gruppe von Menschen, die friedlich gegen ein Bergbauprojekt in Casillas protestierten, auseinander getrieben. Die Polizei setzte dabei Tränengas ein und ging auch gegen Passant_innen vor. Amnesty befürchtet, dass die Polizei weiterhin mit exzessiver Gewalt gegen Protestierende vorgehen wird.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/exzessive-gewalt-gegen-demonstrierende abrufbar.

UA-62/2017, Kolumbien: Paramilitärs eingedrungen
Die Bewohner_innen am Flussgebiet Jiguamiandó berichten über die Präsenz von Paramilitärs in ihrem Gebiet. Die Zunahme von paramilitärischen Aktivitäten in diesen humanitären Zonen bringt die indigenen und afro-kolumbianischen Bewohner_innen in Gefahr.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-062-2017/paramilitaers-eingedrungen abrufbar.

UA-58/2017, Argentinien: Indigenen droht unfaires Verfahren
Drei Angehörige der indigenen Gemeinschaft der Chañaral Wichí aus der Provinz Salta im Norden Argentiniens stehen vor Gericht, weil sie mit passivem Widerstand ihr Land verteidigt haben. Das Verfahren entspricht jedoch nicht rechtstaatlichen Prinzipien. Martin Acosta, Dalmacio Acosta und Demetrio Campos sind wegen Drohungen und der Verursachung von Schäden angeklagt. Die Vorwürfe kommen von einer Landbesitzer_in, die daran interessiert ist, das Land der indigenen Gemeinde, zu vereinnahmen. 2014 widersetzte sich die indigene Gemeinschaft einer Gruppe von Menschen, die Teile ihres angestammten Landes umzäunen wollten und damit die Wege zu ihrem Jagdrevier und ihren Fischfanggründe blockierten und den Zugang zu Wasser und Feuerholz versperrten und somit ihre Existenzgrundlage gefährdeten.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-058-2017/indigenen-droht-unfaires-verfahren und die Updates sind unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-058-2017-1/indigene-weiter-strafverfolgt und https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-058-2017/indigenen-droht-unfaires-verfahren abrufbar.

UA-44/2017, Peru: Indigene in Gefahr
Über 60 schwer bewaffnete Männer sind in das Gebiet der indigenen Gemeinschaft der Asháninka Meantari im Regenwald von Zentralperu eingedrungen und haben 21 Familien mit Morddrohungen zur Flucht gezwungen.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-044-2017/indigene-gefahr und das Update unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-044-2017-1/indigene-weiterhin-vertrieben abrufbar.

UA-34/2017, Honduras: Menschenrechtsorganisationen unter Druck
In Honduras werden nationale und internationale Organisationen, die Land- und Umweltrechte verteidigen, ins Visier genommen. Betroffen sind die internationale NGO Global Witness sowie die honduranischen Organisationen MILPAH, COPINH und CEHPRODEC. Ihre Mitglieder sind zunehmend Drangsalierungen und tätlichen Angriffen ausgesetzt.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-034-2017/menschenrechtsorganisationen-unter-druck abrufbar.

UA-27/2017, Mexiko: Indigenensprecher getötet
Am 1. Februar wurde der Indigenensprecher Juan Ontiveros Ramos im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua tot aufgefunden. Unbekannte Männer verschafften sich am 31. Januar gewaltsam Zutritt zu seinem Haus im Gemeindebezirk Guadalupe y Calvo und nahmen ihn gegen seinen Willen mit. Einige seiner Familienangehörigen wurden brutal geschlagen. Bewohner_innen des Dorfes Choréachi in Guadalupe y Calvo befinden sich in Gefahr.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-027-2017/indigenensprecher-getoetet abrufbar.

UA-22/2017, Malaysia: Drangsalierung beenden
Fünf indigene Menschenrechtsverteidiger der Orang Asli und zwei Journalisten sind am 23. Januar nach friedlichen Protesten gegen die von den lokalen Behörden ausgegebenen Abholzungslizenzen von der Forstbehörde willkürlich inhaftiert worden. Sie sind zwar alle wieder auf freiem Fuß, doch die Befürchtungen halten an, dass sie weiterhin Repressionen ausgesetzt sein werden.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-022-2017/drangsalierung-beenden abrufbar.

UA-8/2017, Argentinien: Gewalt gegen Indigene
Am 10. Januar riegelten mehr als 200 Angehörige der argentinischen Gendarmerie alle Zugangswege zu dem Land der Mapuche-Gemeinde (Lof) Cushamen in der Provinz Chubut im Süden Argentiniens ab. Zudem kam es zu Übergriffen durch die lokale Polizei. Die Bewohner_innen der Mapuche-Gemeinde erstatteten daraufhin Anzeige wegen Gewalt und Repressalien, darunter Schläge (u. a. durch Schlagstockeinsatz), Gewalt gegen Frauen und Drangsalierung von Kindern. Zehn Gemeindemitglieder bzw. ihnen nahestehende Personen wurden festgenommen. In diesem Gebiet schwelt seit Längerem ein Landkonflikt.
Die UA mit weiteren Informationen ist unter https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-008-2017/gewalt-gegen-indigene abrufbar.

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