Alle laufenden Eilaktionen zum Thema finden Sie in der Rubrik "Eilaktionen"! Helfen Sie uns und schauen Sie hier regelmäßig vorbei!
Aktuelle Eilaktion bis zum 5. Juni 2012, Brasilien: Erste Tote in Landstreit
Illegale HolzfällerInnen und Landräuber bedrohen kleine von der Landwirtschaft lebende Gemeinden, die in rechtlich anerkannten Reservaten im Bezirk Lábrea im Nordosten des Bundesstaates Amazonas leben. Mit Schlägen, Drohungen, Brandanschlägen und Diebstahl wird versucht, die Sprecher dieser Gemeinden von ihrem Land zu vertreiben. Viele sind bereits aus Angst um ihr Leben aus der Region geflohen. Nachdem Dinhana Nink auf die Situation aufmerksam gemacht hatte, wurde sie in einer Stadt im benachbarten Bundesstaat Rondonia vor den Augen ihres Sohnes erschossen. Nichtregierungsorganisationen berichten, dass wegen der fehlenden Präsenz einer örtlichen Polizei in diesem Gebiet nur wenige oder sogar keine Untersuchungen hinsichtlich der illegalen Aktivitäten der kriminellen Banden durchgeführt werden. Seit 2007 sind in dieser Region mindestens sechs Menschen getötet worden.
Helfen Sie! Die UA mit weiteren Informationen ist unter http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-115-2012/erste-tote-landstreit abrufbar.
Gute Nachrichten für die Guarani-Kaiowá!
Die indigene Gemeinschaft der Guarani-Kaiowá in Laranjeira Ñhanderu kann auf dem Land ihrer Vorfahren bleiben, nachdem das zuständige Gericht einen gegen die Gemeinschaft ausgestellten Räumungsbefehl bis zum Abschluss anthropologischer Studien zur Verifizierung ihrer Ansprüche ausgesetzt hat.
Weitere Informationen zu diesem Fall finden Sie unter http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-294-2011/drohende-vertreibung, http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-294-2011-1/indigenen-droht-vertreibung, http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-294-2011-2/vorerst-keine-vertreibung und http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-294-2011-3/raeumungsbefehl-ausgesetzt.
Reaktion auf Brief zur UA-339/2011 über die Tötung eines Gemeindesprechers und der Entführung von drei Kindern der Guarani-Kaiowá
"Wir bestätigen den Erhalt Ihres Briefes, der an den Justizminister Brasiliens gerichtet ist und sich für das Indigene Volk der Guarani-Kaiowá in Mato grosso do Sul einsetzt, besonders im Hinblick auf die Untersuchungen des Verschwindens des Häuptlings Nisio Gomes. Wir möchten Sie darüber informieren, dass die Bundespolizei in dem Fall mit hoher Intensität nachforscht. Mit der Absicht, eine friedliche Lösung im Fall der indigenen Frage zu suchen, bedanken wir uns für Ihr Schreiben."
Es bleibt zu hoffen, dass der öffentliche Druck Wirkung zeigt, die Kinder hoffentlich noch lebend gefunden und die Verantwortlichen bald zur Rechenschaft gezogen werden!
Neuigkeiten im Fall Valentina Rosendo Cantú
"Der mexikanische Staat erkennt die internationale Verantwortung für die Menschenrechtsverletzungen im Fall Valentina Rosendo Cantú an." So lautete ein Teil der Entschuldigung, die der mexikanische Innenminister, Alejandro Poiré am 15. Dezember 2011 während eines öffentlichen Aktes für Valentina Rosendo Cantú verlas. Damit erfüllte der mexikanische Staat einen Teil des zu diesem Fall ergangenen Urteils des Interamerikanischen Gerichtshofes für Menschenrechte.
Mehr Informationen zu diesem Fall können http://www.amnesty.de/2011/12/22/gerechtigkeit-fuer-valentina-rosendo-cantu und http://www.amnesty.de/2011/8/18/mexiko-indigene-frauen-verbuchen-ersten-sieg-im-verfahren-wegen-vergewaltigung-durch-milit abgerufen werden.
Erfolg! Paraguay: Erfolg für Indigene im Landrechtsstreit
In einem jahrzehntelangen Rechtsstreit um das Land ihrer Vorfahren hat die indigene Gemeinschaft der Sawhoyamaxa einen Erfolg erzielt. Die paraguayischen Behörden haben sich verpflichtet, ein 14.404 Hektar großes Gebiet in der Region Presidente Hayes von dort ansässigen Unternehmen zurückzukaufen.
Das Abkommen lege den Grundstein für die Rückgabe des Landes an die Indigenen, sagte Ireneo Téllez, Jurist bei der lokalen NGO "Tierraviva". Seit 1991 führen die Sawhoyamaxa einen Prozess gegen private Landbesitzer, die sich das Gebiet angeeignet hatten. Rund 90 Familien wurden gezwungen, auf Rinderfarmen oder in behelfsmäßigen Siedlungen zu leben. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung ist dort kaum gewährleistet. Amnesty begrüßte den Schritt der Behörden, foderte sie aber gleichzeitig auf, die Rückkehr der Familien ohne Verzögerung sicherzustellen.
Quelle: Amnesty Journal 02 2012, Seite 9.